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Geschichte Uettingen bis heute
Einige Episoden 1634 kamen schwedische Soldaten ins Dorf. Durch Feuersbrunst wurden nahezu alle Häuser eingeäschert (1650 waren von 99 Häusern erst 61 notdürftig wieder aufgebaut). 1716 brannte Uettingen mitten in der Ernte nahezu vollständig ab – ein Jäger soll eine Elster auf einem Scheunendach geschossen haben – nur zwei Anwesen blieben verschont. Auch Kirche und Pfarrhaus brannten mit ab – daher gibt es keine Kirchenbücher aus früherer Zeit). Erst 1754 konnte die jetzige die 3!) Kirche wieder eingeweiht werden. 1796 und 1800 kamen zweimal die französischen Soldaten – und requirierten Pferde, Kampf um den Gemeindewald 1821 Die politische Gemeinde besaß einen eigenen Gemeindewald, der von ihr selbst verwaltet und bewirtschaftet wurde. 1825 sollte auf Geheiß der bayrischen Staatsregierung Verwaltung und Nutzung des Waldes auf das Wolffskeelsche Patrimonalamt übergehen. Uettingen war in Aufruhr, glaubte es doch, dass ihnen der Waldbesitz weggenommen werden sollte: Der gräfliche Amtmann mit seinen Bediensteten wurde verprügelt und davon gejagt. 150 Soldaten mussten über Wochen in Uettingen zwangsweise einquartiert werden, um für Ruhe zu sorgen. Der Bürgermeister und acht Bürger wurden verhaftet: Sie bekamen 2-5 Jahre Arbeitshaus – doch der Wald blieb bis heute im Eigentum der politischen Gemeinde. Bruderkrieg 1866 Im Bruderkrieg Preußen – Österreich trafen am 25./26. Juli 1866 bayrische und preußische Truppen aufeinander und kämpften erbittert um den Ort und den naheliegenden Kirchberg. 380 preußische Soldaten und etwa noch einmal so viele bayrische Soldaten starben. Pfarrer Gampert, Ortspfarrer von Uettingen musste täglich dutzende von Beerdigungen abhalten. Etwa 800 bis 1000 Verwundete wurden gezählt. In der Kirche wurden die „Weiberstühle” herausgerissen: Die Kirche wurde zum Lazarett gemacht. Auch im Ort waren über viele Wochen hinweg verwundete Soldaten untergebracht. Der Ortsfriedhof zeigt heute noch das Gesicht dieses Krieges: Denkmale für die Gefallenen aus Preußen und Bayern. Im Ort herrschte große Armut, war doch die Ernte – auf dem Feld stehend – weitgehend zertrampelt und verbrannt, die wenigen Vorräte vor der Ernte von den Soldaten requiriert. Durch Lebensmittelspenden und Erntegaben für das Vieh aus ganz Deutschland wurde die Not gelindert. Zeit des Nationalsozialismus 1934 war Pfarrer Hermann Heller Ortspfarrer in Uettingen. Anfangs war er aufgeschlossen gegenüber dem „politischen Neuanfang” in Deutschland, begleitete aber bald sehr kritisch die nationalsozialistische Politik am Ort. Er bekam Schwierigkeiten, wurde angeklagt, es drohte eine Verhaftung. Alte Uettinger Frauen erinnern sich: Eine Reihe Uettinger Frauen erklärten sich zu Taufpaten für das jüngst geborene Töchterchen des Pfarrers, um ihm und seiner Familie in der Not beizustehen. 1938 musste er durch den Landeskirchenrat in München aus Uettingen versetzt werden.