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der neue Kirchenvorstand
                                                                            Frühe Dorf - Geschichte - 2 Grafschaft Wertheim Die Erbstreitigkeiten kamen nicht zur Ruhe. Geteilt in eine evangelische und in eine katholische Linie wurde während des 30-jährigen Krieges ständig gestritten, jede Seite war auf ihren Vorteil bedacht. 1806 wurde mit dem Ende des „Römischen Reiches Deutscher Nation” die Grafschaft aufgelöst. Ein Teil der Grafschaft kam zu Baden, ein Teil zu Bayern,  (u.a. Uettingen). Bauernkrieg in Uettingen Einer der Rädelsführer in der Grafschaft war der Uettinger Kilian Kleinhans, der sich selbst bezeichnete als „er sei der, der so am meisten Zins und Gült gäb und sehr beschwert sei”. Er verfasste die „10 Uettinger Artikel” (der Pfarrer von Uettingen Jörg Heuslein soll an der Abfassung beteiligt gewesen sein), ein Anklang an die „12 Artikel” von Oberschwaben, aber mit Lokalkolorit: Beschwerde im Missernte Jahr über die Abgaben und den Hochmut des gräflichen Schultheißen, Klage wegen Jagdverbot und Frondienst, Ablehnung der Leibeigenschaft. Diese Artikel berufen sich gegenüber dem Grafen auf göttliches Recht. Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen” machte erst die Unfreiheit bewusst. Nach Niederschlagung des Bauernaufstandes holte sich der Graf die meisten Gefangenen aus Uettingen (12, mit Kleinhans und Heuslein). Außerdem musste Uettingen die Höchststrafe von 1 200 Gulden zahlen. Wirren nach dem Aussterben der männlichen Linie der Grafen von Wertheim 1556 hatte Friedrich von Ratzenburg Uettingen vom letzten Grafen Uettingen als Lehen bekommen. Dies änderte sich nicht. 1593 erbte Dietrich Landschad von Steinach das Dorf Uettingen. Er unterstellte seinen Besitz dem Reichsritterkanton Odenwald und konnte so sich dem Einfluss Würzburgs entziehen. Er starb 1625, das Erbe ging an den Freiherrn Johann Erhard Wolffskeel von Reichenberg (verheiratet mit der jüngsten Tochter Landschads): 22.1.1625. Doch der Bischof Philip Adolf von Ehrenberg versuchte Uettingen seinem Gebiet einzuverleiben (Begründung, es sei altes Würzburger Lehen). Er schickte seine Soldaten, zwang die Einwohner unter seinen Gehorsam und schickte 1626 den katholischen Pfarrer Georg Ambling nach Uettingen, um den katholischen Glauben wieder einzuführen. Die Uettinger mussten in dieser Zeit viel leiden. Erst am 29.3.1649 wurde im Vertrag zwischen dem Bischof und dem Freiherrn die kirchlichen Verhältnisse geregelt: Uettingen wurde wieder evangelisch, durfte seine Kirche (die 2. Kirche) wieder aufbauen. Uettingen blieb im Wolffskeelschen Besitz bis 1806. Im Jahr 1806 wurde Uettingen kurz badisch, 1807 kam es zum Großherzogtum Würzburg (von Napoleons Gnaden), 1814 wurde es bayrisch. Das Patronat für Kirche und Pfarrer blieb bei dem Grafengeschlecht Wolffskeel von Reichenberg bis zur Ablösung 1969. Einige Episoden 1634 kamen schwedische Soldaten ins Dorf. Durch Feuersbrunst wurden nahezu alle Häuser eingeäschert (1650 waren von 99 Häusern erst 61 notdürftig wieder aufgebaut). 1716 brannte Uettingen mitten in der Ernte nahezu vollständig ab – ein Jäger soll eine Elster auf einem Scheunendach geschossen haben – nur zwei Anwesen blieben verschont. Auch Kirche und Pfarrhaus brannten mit ab – daher gibt es keine Kirchenbücher aus früherer Zeit). Erst 1754 konnte die jetzige (die 3!) Kirche wieder eingeweiht werden. 1796 und 1800 kamen zweimal die französischen Soldaten – und requirierten Pferde, Kampf um den Gemeindewald 1821 Die politische Gemeinde besaß einen eigenen Gemeindewald, der von ihr selbst verwaltet und bewirtschaftet wurde. 1825 sollte auf Geheiß der bayrischen Staatsregierung Verwaltung und Nutzung des Waldes auf das Wolffskeelsche Patrimonalamt übergehen. Uettingen war in Aufruhr, glaubte es doch, dass ihnen der Waldbesitz weggenommen werden sollte: Der gräfliche Amtmann mit seinen Bediensteten wurde verprügelt und davon gejagt. 150 Soldaten mussten über Wochen in Uettingen zwangsweise einquartiert werden, um für Ruhe zu sorgen. Der Bürgermeister und acht Bürger wurden verhaftet: Sie bekamen 2-5 Jahre Arbeitshaus – doch der Wald blieb bis heute im Eigentum der politischen Gemeinde.        Text: Pfarrer Eichner i.R.                               weiter zu “bis heute”
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