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Willkommen bei der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Uettingen
der neue Kirchenvorstand
Geschichte Uettingen
                 Die Menschen in Uettingen In Uettingen begegnen dem Besucher lebensfrohe Menschen. Sie feiern gerne – und sind stolz auf ihren Spitznamen „Kleeparis”. Sie sind stolz auf ihren guten Wein (Uettingen hat eigene Weinberge!). Viele Vereine bestimmen das Ortsgeschehen. Aber allen ist wichtig, ihre Dorfgemeinschaft zu erhalten. Streitigkeiten werden im Dorf gemeinsam gelöst. Uettingen war früher ein armes Dorf. Durch die hier praktizierte fränkische Teilung (das Hof – Erbe wurde unter alle Kinder verteilt), wurden die Landwirtschaften immer kleiner. Arbeitsmöglichkeiten waren in Uettingen kaum gegeben. Durch Haltung und Züchtung von „gelbem Frankenvieh” suchten sich die Bauern einen Zusatzverdienst zu erwerben (Zucht bis Ende der 50er Jahre). Die Arbeitssituation änderte sich nach 1945. Bis zum Ende des II. Weltkrieges war Uettingen ein evangelisches Dorf, umgeben von katholischen Nachbarorten. Dann kamen viele (besonders katholische) Flüchtlinge ins Dorf: Flüchtlinge aus dem zerbombten Würzburg (man rückte eben zusammen und nahm sie auf), Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands. Letztere blieben, heiraten ein, wurden geachtete Mitbürger und Mitbürgerinnen, sehr früh wurde ein katholischer Mitbürger in den Gemeinderat gewählt. Eine zweite Welle von Neubürgern erfolgte durch Einheirat. Bis 1945 waren Jugendliche aus den katholischen Nachbarorten tabu: „Man heiratet doch keinen Katholiken oder umgekehrt, keinen Lutherischen”. Jetzt änderte sich dies: Uettinger Burschen und Mädchen fanden Freunde und Freundinnen auch im Nachbardorf, viele Katholiken fanden ihren Ehepartner in Uettingen. Die alte – oft unselige – Geschichte in unserem Raum veränderte sich. Die dritte Welle von Neubürgern fand durch die Nähe Würzburgs nach Uettingen. Sie bauten hier günstiger, wohnten in einem Dorf mit vielen Freizeitangeboten und hatten es nicht weit zu ihrem Arbeitsplatz. So ist Uettingen im Laufe der letzten Jahrzehnte von 800 auf über 1.800 Einwohner gewachsen. Es gibt ein kleines Gewerbegebiet und damit auch Arbeitsplätze für Uettinger Bürger. Es fahren viele Uettinger weiterhin zur Arbeit in die Stadt und in das umliegende Gebiet, ja bis nach Frankfurt. Die Uettinger Bürger sind ein stolzes Volk. „Autorität” ist ihnen unheimlich. Außenstehende müssen sich diese „Autorität” erst durch Wissen und durch Zuneigung „verdienen”. Wen sie aber einmal ins Herz geschlossen haben, der gehört zu ihnen, für den setzen sie sich ein – ist dies ein „Erbe ihrer Geschichte”? Die Uettinger Einwohner sind kein „frommes” Volk – Erweckungsbewegungen sind im letzten Jahrhundert an Uettingen vorbeigegangen. Doch gehört für sie ihre Kirche und damit das Wort Gottes zum Leben dazu: Gerade in wichtigen Lebensabschnitten wollen sie nicht ohne Gottes Wort leben. Gottes Gebote sind Richtschnur ihrer Gemeinschaft. Inzwischen ist Uettingen aus einem ehemals evangelischen Ort herausgewachsen – nur noch ca. 60% der Einwohner sind evangelisch. Doch das ökumenische Klima ist in Ordnung. Christen – gerade an der Basis – versuchen immer wieder aufeinander zuzugehen, als Christen gemeinsam zu leben, miteinander vom Glauben her diese Dorfgemeinschaft mit zu tragen. Text: Pfarrer Eichner i.R.                     weiter zu frühere Dorfgeschichte Copyright 2019 Evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Uettingen